Montafon Arlberg Marathon 2026 am 27.06.
Am Höhepunkt der Hitzewelle im Juni floh Heart&Sole Läufer Daniel zusammen mit drei Lauffreund:innen am Freitagnachmittag in das mit „nur“ 30 Grad etwas kühlere Silbertal, wo am Folgetag der Arlbergmarathon starten sollte. Der Veranstalter lies bei vorhergesagten 28 Grad im Zielort Sankt Anton dennoch Vorsicht walten und verkürzte die Strecke auf 38 km.
Rennbericht von Daniel
„Der Startschuss erfolgte um 8 Uhr. Um diese Uhrzeit war es noch angenehm kühl. Die Strecke verlief direkt das Silbertal hoch, mäßig steil auf einem breiten Forstweg. Die Häuser wichen schnell weitgehend unberührter Natur. Ich konnte mich im Anstieg relativ schnell von meinen Konkurrenten absetzen und nach der ersten Rennstunde einen Vorsprung von etwa 1 Minute herauslaufen. Dadurch hatte ich auch die Zeit, die Landschaft um mich herum etwas zu genießen.
Über das Silbertaler Winterjöchle ging es dann ca. 2 km über einen schmalen Trail, anschließend dann wieder auf einem Fahrweg bergab Richtung Sankt Anton. Während die Teilnehmenden des T33 direkt in den Ort laufen durften, waren für den „Marathon“ aber noch 2 Gegenanstiege zu überwinden. Hier machten sich dann langsam die steigenden Temperaturen bemerkbar und meine Beine wurden müde.
Dank den sehr reichhaltig bestückten Verpflegungsstellen alle 4-5 km gab es immerhin genügend Möglichkeiten, für Abkühlung zu sorgen. Die Strecke verlief zudem gegen Ende überwiegend im Wald. Dadurch war es mir aber nicht mehr möglich, einen Blick auf meine Verfolger zu werfen. Nach dem letzten Anstieg ging es über einige steile Pfade und eine Skipiste dann auch endlich nach Sankt Anton hinab und ich war zuversichtlich, dass mich niemand mehr einholen würde. Den Zieleinlauf konnte ich dann richtig genießen und noch mehr den ersten Becher Wasser, den ich mir über den Kopf leerte.
Am Ende hatte ich mit einer Laufzeit von 3:10 Stunden für die 38 km über 14 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. So einen riesigen Abstand hatte ich wirklich nicht erwartet, meine Konkurrenten hatten anscheinend deutlich mehr mit der Hitze zu kämpfen als ich. Für den Sieg konnte ich mich über einen Freistart für das Folgejahr inkl. Hotelübernachtung freuen und für den Sieg in der Altersklasse gab es die obligatorische Kuhglocke in Gold. Dieser Lauf war mein erster Sieg über die Marathon Distanz und wird mir daher immer in besonderer Erinnerung bleiben.“
Fazit zur Veranstaltung
Eine sehr gut organisierte familiäre Veranstaltung die vor allem für Einsteiger in den Trail- und Berglaufsport empfehlenswert ist. Man benötigt keine Pflichtausrüstung und dank der großen Auswahl an der Verpflegungsstellen kann man ggf. auch auf eine Laufweste verzichten. Zudem weißt die Strecke nur wenige kurze Trailpassagen auf, bei denen Trailschuhe aber dennoch hilfreich sind. Und wenn einem die Marathon Strecke zu lang ist, stehen auch noch der T15 und der T33 als kürzere Alternativen zur Verfügung. Und bei je ca. 100 teilnehmenden Männern und Frau je Laufen stehen die Chancen gut, in der Altersklasse eine Kuhglocke zu gewinnen 😉.
Heumadener Volkslauf am 19.07.
Drei Wochen später ging es für den in Degerloch wohnenden Daniel nur in den Nachbarort. In Heumaden stand im Rahmen des jährlichen Sportfestes der Halbmarathon an. Die erste Hitzewelle war zum Glück vorüber, so dass angenehme Temperaturen die Läufer auf der Stuttgarter Umgebung auf die Strecke lockten.
Rennbericht von Daniel
„Ich befand mich mittlerweile im Training für den Berlin Marathon und wollte den Lauf als schnelle Trainingseinheit „mitnehmen“. Statt dem sonst üblichen Tapering hatte ich die ganze Woche durchtrainiert und hoffte darauf, dass der Lauf nicht so stark besetzt sein würde.
Nach einigen Kilometern fand ich mich dann aber in einer 4-köpfigen Spitzengruppe wieder, in der der Franzose Aurelien Nagel das Tempo machte. Ich hatte schon nach 5 km etwas müde Beine und war mich nicht sicher, ob meine Kräfte bis zum Ende halten würden. Als es dann bergab ins Ramsbachtal ging, musste ich meinem Kontrahenten einige Meter Vorsprung gewähren.
Im Tal kam dann nach 10 km der Wendepunkt, worauf hin dieselbe Strecke wieder zurück gelaufen werden musste. Am Anstieg zurück nach Heumaden konnte ich dann zunächst die Lücke zu Aurelien schließen und dann auch einen Vorsprung herauslaufen, der zunehmend größer wurde.
Dennoch musste ich auf den letzten Kilometern alle Kräfte mobilisieren, um das Tempo noch halten zu können. Im Ziel hatte ich dann einen Vorsprung von einer knappen Minute. Im Vergleich zu meinem Sieg am Arlberg ein ganz schön knappes Ergebnis, das zeigt, dass man sich auch als Lokal-Matador seiner Sache nicht zu sicher sein darf. Vor der Siegerehrung gab es dann noch eine Musik-Einlage eines lokalen Nachwuchs-Rappers mit dem Song „Race-Modus“. Sehr passend!“
Fazit zur Veranstaltung
Mit weiteren Strecken über 5 und 10 km ist hier für alle Läufer etwas dabei. Allerdings ist die Strecke recht wellig und verläuft teilweise auf etwas holprigen Feldwegen. Beim Halbmarathon ist zudem ein längerer Anstieg nach ca. 15 km zu bewältigen, so dass man hier keine Bestzeiten erwarten darf.
Im Ziel gab es aufgrund des Sportfestes mit weiteren Events, wie z.B. einem Volleyball Turnier, eine reichhaltiges Verpflegungsangebot. Neben Bratwurst und Pommes machten Halloumi-Burger und Falafel-Spieße auch Vegetarier und Veganer glücklich machen. Insgesamt ein sehr durchdachtes Konzept, das den Organisationsaufwand bündelt und für alle Sportfans etwas zu bieten hat.


