Herausforderndes Rennen, gigantische Kulisse: 

Wie ich mir den Sieg beim Swiss Alps 100 holte

FIESCH (WALLIS) – ca. 51,5 Kilometer, stolze 3000 Höhenmeter im Aufstieg und der Große Aletschgletscher als ständiger Begleiter: Für den deutschen Trailrunner Christoph Frank wurde der Swiss Alps 100 im August 2026 zu einem sportlichen Triumph. 

Hier schildert der Sieger das Rennen aus seiner persönlichen Perspektive.

„Samstagmorgen, Punkt 6:00 Uhr im Sport-Resort Fiesch. Das Thermometer zeigt angenehme Temperaturen, aber als die Startpistole knallt, weiß jeder von uns, was die nächsten Stunden bringen werden: ein brutaler Kampf gegen die Steigung.

Mein Plan war von Anfang an klar: Ich wollte mich vom ersten Meter an absolut nur auf mich selbst, meine Pace und meine Verpflegung fokussieren. Auf dem ersten Anstieg hinauf in die Aletsch-Arena entwickelte sich lange Zeit ein extrem spannendes Duell mit Pierre Bruchez. Er blieb mir dicht auf den Fersen und ließ sich nicht so einfach abschütteln. Doch statt mich auf Spielchen einzulassen oder hektisch zu werden, blieb ich stur bei meinem Stiefel.

Zwischen Hängebrücken und Gletscherpanorama

Was diese 51,5 Kilometer so besonders macht, ist die mentale Berg- und Talfahrt. Auf der einen Seite brennende Oberschenkel bei den 3.000 Höhenmetern Richtung Kühboden und Chäserstatt, auf der anderen Seite diese schier unwirkliche Natur. Wenn man über die wackelnde, 160 Meter lange Aspi-Titter-Hängebrücke schießt und tief unter sich die Schlucht sieht, darf man keine Sekunde unkonzentriert sein.

Pierre und ich schenkten uns über den Großteil der Strecke absolut nichts. Erst ab Kilometer 40 zahlte sich mein konsequenter Fokus auf den eigenen Rhythmus und das verbliebene Stehvermögen aus: Ich konnte mich entscheidend absetzen und den entscheidenden Vorsprung herauslaufen. Die letzten Downhills verlangten mir noch einmal alles ab, aber die Motivation trug mich ins Ziel.

Der emotionale Zieleinlauf in Fiesch

Als ich schließlich nach 5 Stunden, 50 Minuten und 32 Sekunden auf die Zielgerade in Fiesch einbog und als erstes über die Ziellinie lief, fiel die gesamte Last von mir ab. Ein unglaubliches Gefühl! Zu erfahren, dass ich am Ende doch noch über 27 Minuten Vorsprung auf Pierre rausgelaufen hatte, war auch für mich ein wenig überraschend

Die Bilder vom Aletschgletscher und dieses unbeschreibliche Flow-Gefühl auf den 51,5 Kilometer langen Walliser Trails werde ich noch lange im Kopf behalten.

Ein großes Dankeschön geht an meinen Trainer Lars Schweizer sowie meine Unterstützer: Mammut, Heart and Sole Stuttgart, Neversecond, Petzl, SchwörerHaus, Allianz Preusch & Team, Deutsche Vermögensberatung, Clever Fit Pfullingen und meinen Verein TSV Genkingen.“

Asics Novablast 6